Erkenntnisse aus der Matrix

Was wir von diesem großartigen Meisterwerk lernen können

1999 erschien der beste Film, den ich bis dahin gesehen hatte: „Matrix“. Ich war sofort begeistert, musste unbedingt ein zweites Mal ins Kino gehen und habe mir später auch die Videokassette gekauft. Diese konsumierte ich mindestens 20 Mal. Nach den beiden Fortsetzungen, die ich mir bei Erscheinen des dritten Films als Marathon im Kino reinzog, stand dann auch bald die komplette Trilogie auf DVD, die Ergänzung „Animatrix“ sowie die PC-Spiele „Enter the Matrix“ und „Path of Neo“ in meinem Regal. Ich sah mir den ersten Teil wieder mindestens 10 Mal an, auch auf Englisch. Viele Zitate regten mich zum Nachdenken an und tun es immer noch. Was dabei so rauskam, gibt es hier zu lesen:

Folge dem weißen Kaninchen. – Trinity

Bis in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus… Dort findest du, was du suchst oder nie zu suchen gewagt hast… Dabei liegt dieser Kaninchenbau in dir selbst verborgen. Trau dich hinein und finde dich.

Du fühlst es schon dein ganzes Leben lang, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. – Morpheus

Wir haben vielleicht alle schon mal dieses eigenartige Gefühl gehabt, dass wir hier fremd sind oder es anders ist, als es sein sollte. Leider hilft uns hier keine rote oder blaue Pille. Wir müssen uns auf dieses Gefühl einlassen und erkennen, was wirklich ist. Das Wirkliche ist jedoch nicht im Außen. Kein Medium kann uns die Wahrheit sagen. Wir basteln uns unsere eigene Wahrheit aus allen Informationen zusammen. Die Wirklichkeit liegt in uns selbst verborgen. Wir finden sie nur, wenn wir uns darauf einlassen. Unsere Erfahrungen helfen uns dabei Informationsgehalte so zu hinterfragen, dass wir die Wahrheit – unsere Wahrheit – erkennen können. Ob das dann wirklich die Realität ist, liegt im Auge des Betrachters. Jeder erlebt seine eigene Realität. Und keiner kann sagen, deine Realität sei falsch. Es ist deine; der andere hat seine.

Nicht denken. Wissen. – Morpheus

Glaube nicht an etwas, prüfe es und erlange Wissen. Doch wichtiger noch ist es, es zu tun. Taten zählen, nicht Worte. Wenn wir nicht handeln, haben alle Gedanken und Worte keinen Wert. Wir dürfen unsere innere Welt nach außen tragen.

Ich kann dir die Tür nur zeigen, durchgehen musst du selbst. – Morpheus

Geh deinen Weg, koste es, was es wolle. Sei ohne Angst dabei. Dir kann nichts passieren. Dabei ist Hilfe zur Selbsthilfe von Menschen höchst willkommen. Sie können dir Wege aufzeigen oder Ratschläge geben. Umsetzen musst du es jedoch stets selbst. Das nimmt dir niemand ab. Das ist auch nicht gewollt oder nötig. Sammle neue Erfahrungen, lebe sie. Du kannst gewinnen und verlieren, doch letztendlich gewinnst du. Verlieren kannst du nur, was du loslassen möchtest.

Erkenne dich selbst. – Sokrates

In diesem Erkennen liegt der Sinn deines Lebens.

Ich hasse diesen Planeten, diesen Zoo, dieses Gefängnis. – Agent Smith

Dein Gefängnis schaffst du dir selbst. Wir Menschen haben es uns selbst geschaffen. Wenn wir es erkennen, können wir es zu unserem Vorteil nutzen – und manchmal sogar, uns daraus befreien. Das erfordert Mut und Erkenntnis. Seine Programmierung zu verlassen, kann schmerzhaft sein. Darf es auch. Doch nur was schmerzt, zeigt dir, dass es nicht deine Wahrheit ist.

Warum bin ich hier. – Neo

Diese Frage kannst du dir nur selbst beantworten. Den Sinn des Lebens findest du in dir selbst. Kein Architekt oder Programmierer kann dir sagen, was dein Sinn ist. Jeder empfindet diesen anders. Finde deinen eigenen!

Entscheidung. Das Problem ist die Entscheidung. – Neo

Es geht immer darum, sich für oder gegen etwas zu entscheiden. Du kannst nicht beides schaffen. Jede Entscheidung fordert ein Opfer. Doch dieses Opfer muss nicht per se schlecht sein. Erst im Nachhinein wirst du wissen, wozu deine Entscheidung gut war. Deine Erfahrungen haben dich zu dem gemacht, der du jetzt bist.

Verleugnung ist die vorhersehbarste aller menschlichen Reaktionen. – der Architekt

Wir müssen hin und wieder etwas verleugnen. Sonst können wir nicht die wirklich wichtigen Dinge in der Welt – in unserer Welt – erkennen.

Hoffnung. Sie ist die wesentlichste menschliche Illusion, die beides ist: sowohl Quelle unserer größten Stärken als auch unserer größten Schwächen. – der Architekt

Auch unsere größte Schwäche ist in Wahrheit eine Stärke. Ohne Hoffnung würden sich viel mehr Menschen das Leben nehmen (nicht nur in dem Sinne, es zu beenden). Hoffnung kann eine Illusion sein. Aber was wären wir ohne sie? Diese „Illusion“ hilft uns morgen wieder aufzustehen. Oder wieder aufzustehen, nachdem wir hingefallen sind. Wenn wir wieder stehen, spüren wir unsere Stärke. Wir haben es wieder mal geschafft. Großartig! Weiter so! Zu fallen ist keine Schwäche, wie sie allgemein verstanden wird. Sie stärkt uns. Aus unseren vermeintlichen Schwächen können unsere größten Stärken erwachsen. Empathie z. B. wird oft als Schwäche gesehen. In Wahrheit ist es eine wunderbare Eigenschaft, die uns sehr stark macht, wenn wir gelernt haben, mit ihr umzugehen. Viele Menschen unterdrücken diese Empathie und damit ihre Gefühle. Doch unsere Gefühle machen uns zum Menschen, diesem fühlenden, manchmal auch schwachen Wesen. Niemand kann verlangen, dass wir immer und überall stark, also machtvoll sind. Der größte und machtvollste Manager sitzt irgendwann in seinem stillen Kämmerlein und heult. Das ist aber nicht schlimm. Fast jedem geht es hin und wieder so. Dann stehen wir wieder auf, gestärkt und gereinigt.

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