Liebe ≠ Furcht

Kürzlich las ich in einer Reportage über die Karibik diesen Spruch:

“The fear of the Lord is the beginning of knowing”

Das Fürchten Gottes ist der Anfang des Wissens?

Ich glaube nicht an Gott, nicht an DEN EINEN Gott. Ich bin Agnostiker. Die Natur, das Universum ist meine Göttin. Sie lebt in allem um uns herum. Geh in den Wald, und du spürst sie.

Und was hat Furcht mit Wissen zu tun? Und warum sollte man Gott fürchten?
Furcht ist ein FURCHTbares Gefühl. Da liegt kein Wissen drin. Wenn du Angst hast, weißt du gar nichts. Menschen, die an Gott GLAUBEN, haben auch kein Wissen darum, ob es ihn gibt. Und dass man ihn fürchten soll, ist eine der ältesten Annahmen der Welt. Diese resultierte aus Naturkatastrophen und Hungersnöten. Furcht ist nicht gut. Ist Gott also nicht gut? Streite dich mal darüber mit einem Gott-Gläubigen!

Ich habe keine Bibel oder ähnliches gelesen, weiß also nicht, ob dort steht, man solle Gott fürchten. Jedenfalls fürchte ich meine Göttin, die Natur, nicht. Sie ist, wie sie ist. Sie bietet uns alles. Wenn wir sie (zer)stören, wehrt sie sich. Das macht Angst und bringt Furcht mit sich. Dabei sind wir, die Menschheit, selbst Schuld.

Welches Wissen sollte also in der Furcht vor der Natur liegen? Okay, wir wissen dann, dass wir sie nicht hätten stören sollen. Aber von Natur aus, sollte es da keine Angst geben. Die Natur ist pure Liebe. Wir sollten ebenfalls pure Liebe sein, sie fühlen und uns liebevoll verhalten. Liebe und Furcht passen nicht zusammen. Sie gehören nicht zusammen. Sie können nicht auf der gleichen Ebene wirken. Dein Herz liebt, oder es fürchtet sich. All dein Wissen kann dir nur Anhaltspunkte geben. Es hat also keinen Sinn, Furcht und Wissen in Zusammenhang mit der Natur zu bringen. Sie ist unberechenbar! Das kann man fürchten, aber ebenso lieben. Und das ist das, was ich weiß.

Alleine bleiben lernen

Eine der wohl schwierigsten und zermürbendsten Lerneinheiten ist das Alleinsein. Allerdings ist es unabdingbar, dass Arya das lernt. Ich habe alle hierzu gelesenen Tipps befolgt, habe sie auch ab dem ersten Tag an ihre Box gewöhnt. Im Bett kann ich trotzdem nicht ohne Hund schlafen. 😀

Ich lasse sie also vorher fressen, laste sie dann mit einem Spaziergang aus und lege ihr ein Spielzeug mit Leckerli in die Box. Dann warte ich, bis sie sich damit beschäftigt, schließe die Tür und verlasse den Raum. Keine Minute später fängt sie an zu bellen und zu winseln und in der Box zu randalieren. Egal, ich lasse mich nicht beeindrucken. Mittlerweile sind wir bei einer halben Stunde. Nun warte ich, bis sie ruhig ist – inzwischen wenigstens drei Minuten – und gehe hinein, um sie aus ihrer Box zu lassen. Ich schaue sie nicht an, spreche sie nicht an und berühre sie nicht. Sie freut sich natürlich sehr, dass ich wieder da bin, aber das muss ich ignorieren.

Nun sehe ich, sie hat das Leckerli-Spielzeug nicht weiter angerührt. Das tut sie erst jetzt, nachdem ich sie rausgelassen habe. Auch dass sie müde ist, war ihr egal. Nun ja, wir üben weiter. Irgendwann muss sie auch mal zwei Stunden ohne Theater allein bleiben können. Dass ein Welpe eigentlich vor Müdigkeit fast umfallen müsste, scheint ihr nicht geläufig zu sein, sobald sie alleine sein soll. Der Verlust des Rudels ist offensichtlich viel schlimmer. Ich hoffe, sie gewöhnt sich bald daran, dass nichts Schlimmes passiert, wenn ich mal nicht da bin. Welpen lernen das ja angeblich recht schnell. Ich zweifle noch, aber wir werden sehen. 😉