Lieben fängt bei dir selbst an

Mein Credo in der partnerschaftlichen Liebe ist zweisam gemeinsam statt gemeinsam einsam. Wir sind Individuen. Und das sollten wir auch bleiben. Keiner sollte sich einem anderen zuliebe aufgeben. Lieben fängt immer bei uns selbst an. Wenn wir uns selbst nicht lieben können, wie sollen wir dann andere Wesen lieben? Das gilt gleichwohl für Menschen wie für Tiere und sicher auch Pflanzen (vielleicht auch für Gegenstände). Ich kann nur geben, was ich bereit bin zu fühlen. Und nur dann kann ich es auch empfangen. Denn wenn mir jemand – der es auch wirklich so empfindet – sagt, er liebe mich, kann ich das nur für die Wahrheit halten, wenn ich bereit dazu bin. Und das bin ich erst, wenn ich diese Liebe in mir selbst fühlen kann. Diese Worte kommen nicht an, wenn ich mich selbst nicht mag und ständig mit mir hadere.

„Erkenne dich selbst“ – Matrix

Dazu muss ich wissen, wer ich bin. Ich muss meinen Platz in der Welt gefunden haben, den Platz in meinem Herzen. Denn in meiner Welt ist immer das, was ich fühle. Fühle ich (Selbst-)Hass, ist die Welt schrecklich; ich hasse alles und jeden. Fühle ich Freude, freut sich die Welt mit mir. Ich strahle das aus. Fühle ich Liebe, kann ich mich vor lauter Gegenliebe kaum retten. 🙂 Und wenn ich das erstmal erfahren habe, kann ich auch daran glauben – nein, dann weiß ich es. Denn dann ist es die Wahrheit.

„Nicht glauben – wissen“ – Matrix

Dann ist es meine Wahrheit. Und nur diese zählt für mich. Andere können mir ja viel erzählen. Ja, auch ich kann hier viel erzählen. Das macht alles erst Sinn, wenn der geneigte Leser es ebenso empfinden kann. Und dann wird es auch zu seiner Wahrheit. Dann glaubt er nicht mehr nur daran, sondern weiß es.

„Liebe stellt keine Bedingungen“ – Stefan Hiene

Nun ist es in einer sogenannten Partnerschaft so, dass es leider oft nicht partnerschaftlich zugeht. Einer gibt z. B. mehr als der andere. Das kann in Ordnung sein, wenn beide sich damit wohl fühlen und sich darüber einig sind. Partnerschaft fängt für mich da an, wo beide wissen, wer sie sind und was sie wollen und den anderen sein lassen, wie er ist. Jeder kann, darf, ja muss er selbst sein und sein dürfen. Nicht falsch verstehen – gewisse Kompromisse kann und sollte man vielleicht eingehen. Aber niemals sollte ein Partner gegen seine Gefühle handeln. Da ist es auch egal, was der Kopf sagt. Unser Verstand gaukelt uns oft etwas vor, was wir dann für die Wahrheit halten. Genauso oft stellt sich im Nachhinein heraus, dass wir uns damit gar nicht wohl fühlen. Also höre ich lieber auf mein Herz, mein Bauchgefühl.

Ich habe viele Beziehungen – zu Freunden, Familie, Haustieren, Kollegen, Bekannten. Das alles sind Beziehungen – natürlich. Aber eine Beziehung, die zur echten Partnerschaft wird, kann nur dauerhaft sein, wenn wir uns selbst nicht verlieren. Sie sollte bedingungslos sein (lassen wir hier mal das Geschäftsleben außen vor 😉 ). Bedingungen sind auch Erwartungen. Kann sein, dass ich erwarte, der Hund macht sitz, wenn ich es im sage. Oder Eltern erwarten von ihren Kindern gute schulische Leistungen. Die Erwartung sollte lieber ein Wunsch sein. Ich kann mir wünschen, dass sich der Hund hinsetzt. Wenn ich dazu ein klares Bild im Kopf habe und ich die richtige Energie aussende, wird er es tun. Eltern können sich wünschen, dass ihre Kinder gute Noten erhalten. Ist der Wunsch aufrichtig, kann er in Erfüllung gehen.

In einer Partnerschaft sollte ich auch immer dem anderen seinen Freiraum lassen. Lasse ich ihm den nicht, kann er nicht er selbst sein. Er soll und muss sein dürfen. Ich darf nicht über sein Leben bestimmen wollen. Auch das gilt für jede Art von Partnerschaft oder Beziehung. Ich kann nur bedingungslos lieben, wenn ich angenommen werde und bedingungslos sein darf. Stelle ich Bedingungen, gibt es offensichtlich noch etwas, was ich mit mir selbst nicht gelöst habe. Will ich den Partner gar ändern, hat das nichts mehr mit Liebe oder Partnerschaft zu tun. Dann will ich in Wahrheit etwas an mir selbst ändern. Und sei es nur meine Einstellung zu mir selbst. Habe ich z. B. ein Problem mit dem Aussehen meines Partners, habe ich wohl tatsächlich ein Problem mit meinem eigenen Aussehen. Warum habe ich ihn mir denn „ausgesucht“?

Das Aussuchen ist auch so ein Thema: Warum suchen wir ständig nach Liebe durch andere? Weil wir uns selbst nicht lieben und Bestätigung durch andere wollen. Aber so funktioniert das nicht. Wenn ich ganz bei mir bin, kommt die Liebe von selbst. Dann werde ich gefunden. 🙂 Völlig unbeabsichtigt, aus heiterem Himmel quasi. Ich werde gesehen. Und nein, das ist weder Zufall noch Schicksal. Wir strahlen aus, was wir fühlen. Meine Selbstliebe lässt mich keinen Partner suchen. Natürlich wollen wir Geborgenheit und haben gern mal jemanden, mit dem wir gewisse Dinge teilen können. Aber dazu muss ich nicht mal einen Sexualpartner haben. Sowas geht auch in innigen Freundschaften. Und die bilden sich ebenso ohne Suche. Man findet sich einfach. Die krampfhafte Suche ist also eher kontraproduktiv.

Wenn ich mich selbst annehme, selbst liebe, einfach bin und andere sein lasse, erkennen sie mich. Dann steht der Liebe nichts im Weg – der Selbstliebe und schließlich der Liebe zu anderen und durch andere.

Freilauf für deine Intuition

Meine Intuition ist mir wichtig. Sie weist mir immer den richtigen Weg. Selbst wenn ich an einer scheinbar falschen Stelle bin, bin ich doch richtig. Sie rettet mich aus Gefahrensituationen und führt mich in Momente voller Freude. Würde ich ihr nicht folgen, wäre ich nicht ich selbst.

Wie kannst du also deine Intuition entdecken und ihr folgen? Sei du selbst und ganz bei dir. Fühle in dich hinein; spüre, was dein Herz dir sagt. Nimm Gedanken an und fühle, was sie in dir auslösen. Welche Vorstellungen lösen Freude in dir aus? Welche nicht? Folge der Freude und damit diesen Vorstellungen und Gedanken. Begib dich an Orte und in Situationen, wo du deine Freude fühlen kannst. Dort kannst du du selbst sein und dein Selbst genießen. Lade deine Ängste und Zweifel ein und höre ihnen zu. Geh auf sie ein; sie sind wertvoll. Sie wollen dich schützen. Erkenne das, und du wirst einen positiven Bezug zu ihnen finden. Begib dich bewusst in Situationen, welche du sonst lieber meidest. Sei mutig. Deine Intuition wird dir automatisch den richtigen Weg weisen. Du kannst aus Situationen wieder hinausgehen oder vorher schnell abbiegen, wenn du dich nicht wohl fühlst. Oder du bleibst, wenn es dann doch nicht so schlimm ist, wie du dachtest.

Von dem Moment an, als ich dies tat, sah ich, dass es funktioniert. Ich erwachte, verließ öfter meine Komfortzone und wusste, dass es die Wahrheit ist. Es wird immer Situationen geben, die ich nicht umgehen kann (z. B. Termine bei Behörden). Aber meist male ich sie mir schlimmer aus, als sie tatsächlich sind. Ich habe es schließlich immer mit Menschen zu tun. Menschen sind empfänglich für freundliche Worte oder auch nur ein Lächeln. Klar, gibt es auch welche, die scheinbar undurchdringlich sind. Aber die haben ein Problem (oder auch mehrere) mit sich selbst. Davon muss ich mich nicht runterziehen lassen. Ich komme dann wieder zu mir und folge meinem Herzen. Ich bin ja richtig so, wie ich bin.

Und hey, wenn ich das schaffe, schaffst du das auch! 🙂

Dein nächstes Ziel ergibt sich von selbst

Dieses muss man aber gar nicht erreichen. Während du auf dem Weg zu deinem Ziel bist, ergeben sich neue Ziele und damit auch neue Wege. Welchen davon du gehst, hängt von deinem Gefühl ab. Dein Kopf wird abwägen, welcher mehr Vorteile verspricht und welcher scheinbar mit Nachteilen behaftet ist. Das ist wichtig und auch richtig. Doch letztendlich kannst und darfst du nur deinem Gefühl vertrauen. Denn dein Herz weiß, was dich glücklich macht. Auf dem Weg zu scheitern, mal falsch abzubiegen und wieder einen neuen Weg zu beschreiten, gehört dazu. Das sind alles Erfahrungen, welche dich deinen Zielen, oder besser deinem richtigen Weg, näher bringen. Dann kann dein Kopf beim nächsten Mal schon wieder neue Erfahrungswerte einbeziehen.

„Der Weg ist das Ziel.“ (Konfuzius)

Vergiss auf deinem Weg nie nach links und rechts zu schauen. Es gibt viel zu entdecken, und natürlich schützt dich das auch vor Gefahren (nicht nur im Straßenverkehr 😀 ). Alles, was du dabei neu entdeckst, wird dir sehr nützlich sein auf deinem weiteren Weg. Vielleicht wirfst du dabei auch alte Glaubensmuster über Bord. Hervorragend! Du wirst möglicherweise Angst davor haben, aber auch das darf sein. Angst schützt dich vor dem Scheitern oder warnt dich zumindest davor. Aber vergiss nicht: du darfst auch scheitern! Nimm deine Angst an, dann wird sie von ganz selbst kleiner. Sie hat dir Wertvolles mitzuteilen. Nutze das, und geh weiter!

Letztendlich wirst du alles erreichen, was du willst. Verbinde dich ganz bewusst mit deinem Herzen, deinem Gefühl, und erkenne, was dir Freude bereitet. Und lebe es. Du kannst also eigentlich gar nicht scheitern. 🙂 Das will dein Kopf dir Glauben machen, aber du kannst es annehmen, überwinden und ganz Großartiges schaffen. Tu es! „Einfach mal machen.“ Ja, du musst es einfach nur tun. Probiere aus, spiele, entdecke. Die Menschheit wäre nicht so weit gekommen, wenn sie nicht viel ausprobiert hätte. Den Mutigen gehört die Zukunft und – ganz wichtig – das Hier und Jetzt.

Loyalität

Loyalität ist sowohl Fluch als auch Segen. Ich bin sehr loyal. Gegenüber Freunden, Familie und Arbeitgebern. Das bringt mich oft in verzwickte Situationen. Dann kommt es vor, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich NEIN sagen möchte. Das wiederum vermittelt mir ein schlechtes Gefühl, weil ich dann Dinge tue, die ich eigentlich gar nicht will. Aber warum mache ich es dann trotzdem? Wenn es mir damit nicht gut geht, sollte ich es doch lieber lassen!

Diese Eigenschaft ist mir schon recht wichtig. Ich hoffe ja auch, dass andere mir gegenüber loyal sind. Dabei erwarte ich gar nicht, dass sie Dinge tun, die sie nicht möchten, nur um mir ihre Loyalität zu beweisen. Ich brauche das nicht. Das spüre ich auch so.

Warum kann ich also selbst nicht einfacher damit umgehen? Erwartungen! Andere erwarten eben, dass ich meine Loyalität unter Beweis stelle. Das ist doch krank! Ich bin gern hilfsbereit, ohne Frage. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Es wird ausgenutzt! Wenn ich dann merke, dass ich ausgenutzt werde, oder es schlicht wieder nicht genug war für andere, geht es mir schlecht. Leute, ihr dürft nicht für alles und jeden Gefallen eine Gegenleistung erwarten! Erwartet einfach nicht zu viel, am besten gar nichts.

Dem einen gegenüber loyal zu sein, heißt auch oft, einem anderen gegenüber illoyal zu sein. Das finde ich jedoch genauso furchtbar. Ich möchte nicht entscheiden, den einen Freund für einen anderen zu „verraten“. Das widerspricht meiner Überzeugung. Wenn sich zwei Freunde also nicht grün sind, was soll ich tun? Ich versuche dann für beide genauso da zu sein wie immer. Leider wird eben genau das dann auch wieder ausgenutzt, und ich werde gegen den anderen ausgespielt. Zum Glück durchschaue ich solche Spiele recht schnell und trenne mich lieber von dem falschen „Freund“. Das kann auch durchaus in meiner Familie passieren. Da mache ich keinen Unterschied. Wenn mir jemand nicht gut tut… tschüss!

Ja, auch zum Arbeitgeber muss man manchmal „tschüss“ sagen. Damit verrate ich niemanden. Ich würde mich selbst verraten, wenn ich weiterhin alles über mich ergehen lassen würde, was mir gegen den Strich geht! Am Ende kommt es nur darauf an, womit ich leben kann – womit ich glücklich bin. Mein Leben ist verdammt noch mal begrenzt, und ich möchte es nicht verschwenden. Wenn ich sterbe, will ich sagen: Ja, ich habe gelebt, das Leben genossen, geliebt und Freude empfunden. Scheiß drauf, ob ich genug Geld habe. Ich muss mir nicht alles leisten können. Diese Konsumgeilheit heutzutage ist kaum zu ertragen. Minimalismus wäre zwar auch nichts für mich, aber meine Güte, ich habe alles, was ich brauche und mir immer gewünscht habe. Quasi habe ich alle meine Ziele erreicht. Das ist wunderbar! Ich lebe „nur noch“ für den Weg, für mein Sein, aus vollstem zufriedenen Herzen. Mehr brauche ich nicht! Eat this! 😀