Tierärzte…

Ich bin nicht mehr bereit, meine Haustiere als Versuchskaninchen zur Verfügung zu stellen!

Nachdem Chewie durch die Prednisolongabe (Tabletten) immer dicker wurde und fast 9 kg wog sowie der Husten sich immer noch nicht signifikant besserte, beschloss ich zu einem anderen Tierarzt zu gehen. Dieser empfand ihn ebenfalls als zu dick, fertigte ein Röntgenbild an und empfahl jegliches Cortison erst einmal abzusetzen. Leider offenbarte das Röntgenbild neben dicken Fettschichten noch eine alte Verletzung: ein gebrochenes Brustbein. Ein Bluttest sollte die Diagnose Asthma abrunden. Allerdings wurde mir gesagt, 12 Stunden vorher keine Nahrungsaufnahme mehr. So erhielten wir lipämisches Material (Fett im Blut) und einen entsprechend hohen Triclyceridwert: 1257 mg/dl (Normbereich 21 bis 432) und spezifische Pankreaslipase (ELISA): 11,1 ug/l (Soll unter 3,5), allerdings durch das Labor unter Vorbehalt. Daraufhin wurde die Diagnose Pankreatitis gestellt. Ich sollte den Kater auf Diät setzen und ihm entsprechend empfohlenes Futter der durch den Tierarzt bevorzugten Firma geben.

Im Nachhinein recherchierte ich die Empfehlung, 12 bis 18 Stunden vorher nichts mehr zu füttern. Ich reduzierte also das gewohnte Futter um ca. 50 g pro Tag, sagte dem Tierarzt aber nichts davon. Der Fettgehalt dieses Futters ist auch durchaus akzeptabel, weil ich sowieso auf gutes Futter achte. Ca. drei Wochen später erfolgte ein erneuter Bluttest. Es gab also 18 Stunden vorher nichts mehr zu fressen und siehe da, das Material war tatsächlich rein. Ebenso gut fiel der Test aus: 3,9 ug/l (Soll unter 3,5) spez. Pankreaslipase und – wie überraschend, zumindest für den Tierarzt – nur noch etwas über 8 kg Gewicht. Damit war klar: systemisches Cortison fällt in Zukunft aus! Der Tierarzt schlug nun als Behandlung die Gabe von Bronchienerweiterern vor und kompletten Verzicht auf Cortison. Natürlich sollte ich doch das so erfolgreiche Futter, welches er empfohlen hatte, weiterfüttern. Na klar! Ob ich ihm irgendwann mal stecke, dass ich auf seine Meinung gesch….. habe? Seit dem (inzwischen seit drei bis vier Monaten) bekam Chewie morgens und abends jeweils eine viertel Tablette 270 mg Solosin (Theophyllin). Nach anfänglichem Erfolg, gar keinem Husten mehr, fing er letzte Woche wieder damit an. Erst ein Mal, dann fünf Tage später plötzlich wieder täglich. Weitere Recherchen führten mich zu folgenden Erkenntnissen:

„Theophyllin führt primär zu einer Erschlaffung der glatten Muskulatur der Atemwege und somit zu einer Erweiterung der Bronchien. Zusätzlich steigert dieser Arzneistoff den Abtransport von Fremdstoffen und Schleim durch die Zilien der Lunge, senkt den Druck in den Lungengefäßen und steigert den Atemantrieb sowie die Kontraktionsfähigkeit der Atemmuskulatur. Entzündungshemmende Effekte von Theophyllin können bei Dauerbehandlung ebenso zu dessen Asthmawirksamkeit beitragen. […]“ Aber: „Anwendung in der Tierheilkunde: In der Tiermedizin findet Theophyllin vor allem bei Asthma bronchiale Anwendung; allerdings ist derzeit in Deutschland kein tiermedizinisches Präparat zugelassen. Die EU-Rückstandshöchstmengen-Verordnung für Lebensmittel tierischen Ursprungs erlaubt die Anwendung von Theophyllin bei allen zur Lebensmittelerzeugung genutzten Tierarten.“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Theophyllin)

„Allerdings gilt Theophyllin sowohl in der Dauertherapie als auch in der Notfallbehandlung nur als Reservemittel.“ (Quelle: http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de)

„Das Medikament wird meistens in Kombination mit anderen langfristig wirkenden entzündungshemmenden Medikamenten eingenommen. Alleine ist es nicht wirksam genug. Es sind regelmäßige Blutkontrollen notwendig.“ (Quelle: http://www.medizinfo.de/allergie/asthma/dauertherapie.htm)

„Theophyllin ist in Zeiten gut verträglicher Asthma-Sprays nicht erste Wahl und wird eher selten als Begleitmedikament in der Dauertherapie eingesetzt.“ (Quelle: http://www.navigator-medizin.de/asthma/die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zu-asthma/behandlung/theophyllin/590-auf-welche-weise-wirkt-theophyllin-gegen-asthma.html)

Also gibt es jetzt kein Solosin mehr, und wir haben die inhalative Cortisontherapie wieder begonnen. Chewie hat es nicht verlernt, und es klappt ganz gut. Seit dem hustet er auch nicht mehr. Mal sehen, wie lange das jetzt gut geht. Sollte es notwendig werden, werde ich mir (wieder von dem vorigen Tierarzt) einen zusätzlichen bronchienerweiternden Inhalator besorgen. Das ist zwar teuer, aber Tabletten, deren Dauertherapie bei Haustieren nicht erforscht ist, sensibel zu dosieren sind und dann noch heftige Nebenwirkungen haben, kommen mir nicht mehr in meine Katzen! Übrigens: Chewie wiegt jetzt 6,8 kg und sieht sehr gut aus.

Advertisements